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Aus einer bescheidenen Klosterverwaltung wird ein Markt- und Etappenort am Gotthardverkehr und später die heutige Touristenmetropole.
Die Stadt wird im 16. Jh. immer häufiger in Abbildungen dargestellt. Bis Ende des 18. Jh. entstehen geometrisch immer genauere Ansichten.
"Nölli-Männli lueg is Land, wach of Zyt, scherms Polver met em Allewende-Dächli". Luzerner Kinder lernen die Namen der verbliebenen neun von zehn Museggtürmen mit Hilfe eines kleinen Verses.
Die Stadt vergrössert ihr Einflussgebiet, um die Versorgung sicherzustellen und ihre machtpolitische Situation zu festigen.
Das Regierungssystem in der alten Eidgenossenschaft lässt sich nicht mit der heutigen Demokratie vergleichen. Im Lauf der Jahrhunderte konzentriert sich die Macht auf wenige Patrizierfamilien. Die Stadtbürger und vor allem die Landbevölkerung haben immer weniger Mitsprachemöglichkeiten.
"Die Ursach der geschlechten patricy allte stattliche gschlecht und doch nit adelichs harkommens; doch so ein geschlecht by 100 jaren fryen stand gfüert, us sinen zinsen gelebt, ist es under den adel gerechnet worden." Renward Cysat
(Die Herkunft der Patrizier: Es sind alte, nichtadelige Geschlechter, die man zum Adel gerechnet hat, nachdem sie als freie Bürger hundert Jahre lang nur von den Zinsen ihres Vermögens gelebt haben.)
Die wichtigsten politischen Entscheidungen für die Landgebiete werden von den Räten in Luzern getroffen. Sie ernennen auch den Landvogt und sind oberste Gerichtsinstanz.
"Wer ouch in der statt Lutzern den andern liblos tut, er sy burger oder gast, rich oder arm, dem sol man, ob er gefangen wirt, darum abslachen sin houpt"
(Geschworener Brief 1434)
Im Spätmittelalter wird der Marktplatz Luzern zum wirtschaftlichen Zentrum der Innerschweiz. 1332 kommt Luzern als erster Stadtstaat zur Eidgenossenschaft.
Im Spätmittelalter übernehmen die Laien selbstbewusst das repräsentativste Bildmedium der Kirche – die farbige Glasscheibe.
Vom Untergang des alten Obrigkeitsstaates 1798 bis zur heutigen demokratischen Grundordnung vergeht eine lange Zeit der Unruhe, erbitterter Parteikämpfe und der Suche nach neuen Wegen.
Die Adeligen sind verantwortlich für die Sicherheit ihres Gebietes und die Rechtssprechung unter den Untertanen. Dafür beziehen sie Abgaben von der Landbevölkerung.
Burgen stehen zur Sicherung an Handelswegen, mitten in Dörfern oder uneinnehmbar auf schmalen Felsen, an strategischen oder wirtschaftlichen Schlüsselstellen.
Die Obrigkeit verstärkt ihre Kontrolle über das Herrschaftsgebiet. Eine Karte hält den Umfang des durch den Rat kontrollierten Gebiets erstmals im Bild fest.
Die Niederlage Habsburgs bei Sempach lähmt Österreichs Einfluss rund um die Eidgenossenschaft. Davon profitiert vor allem Luzern.
Gegen die Eidgenossen verliert Karl der Kühne "bei Grandson das Gut, bei Murten den Mut und bei Nancy das Blut". Der Sieg gegen die modernste Armee Europas löst allgemeine Bewunderung aus.
"Wie fest sie sich Solds und Frosts erklagten, sobald ein nüw Soldgeschrei kam, liefends widerumb hin. - Si wend deheime Pension nit lon, so wend wir hinus in Kriege gon."
(Valerius Anshelm, Bern, 1520 )
Unruhen und Proteste der Landbevölkerung richten sich gegen die absolutistische Stadtregierung, die sich je länger je mehr über die alten ländlichen Gewohnheitsrechte hinwegsetzt.
Im 17. Jh. wird der eidgenössische Friede fast jedes Jahr wegen irgendeiner konfessionellen Reiberei gestört. In den Villmergerkriegen 1656 und 1712 brechen die Kämpfe offen aus.
Die schwerfälligen politischen Strukturen der alten Schweiz fallen beim Einmarsch der französischen Truppen wie ein Kartenhaus zusammen. Die Helvetische Republik versucht eine neue Ordnung zu schaffen. Ihre Ideen setzen sich aber erst im Lauf des 19. Jhs. durch.
Die Milizarmee des Ancien Régime ist keine sehr schlagkräftige Truppe. Sie ist schlecht ausgerüstet, und die wenigen ausgebildeten Soldaten sind Heimkehrer aus fremden Diensten.
Die eidgenössischen Truppen, gebildet aus kantonalen Einheiten, sind eine der wenigen gemeinsamen Institutionen des lockeren Staatenbundes vor 1848. Erst mit der neuen Bundesverfassung verlieren die Kantone die Militärhoheit.
Eidgenossen! Wehrmänner! Ihr werdet in den Kanton Luzern einrücken. Wie ihr die Grenzen überschreitet, so lasst euren Groll zurück und denkt nur an die Erfüllung eurer Pflichten!
(General Dufour, 20. November 1847)
Morgen das Geld oder die Schlacht – und übermorgen die Entlassung!
(Die Schweizer Söldner vor der Schlacht von Bicocca, 1522).
"... von der kurtzen manskleidern wegen ist geordnet, das niemandt rögk noch mantel nit kürtzer tragen sol anders das einer sin scham damit vertegken mag."
(Luzern, 1471)
Die Schweizer Trachtengeschichte am Beispiel der Luzerner Trachten.
Das vornehme Stadthaus passt seine Formen der wechselnden Mode an. Das Bauernhaus behält über lange Zeit seine mittelalterliche Baustruktur.
Offenes Kaminfeuer hat einen schlechten Wirkungsgrad. Im Mittelalter wird eine neue Lösung gefunden: der Kachelofen. Einmal eingeheizt, kann er Wärme speichern und über längere Zeit abgeben.
In den Städten des Mittelalters schliessen sich die selbstbewusst gewordenen Handwerker zu Zünften zusammen und streben nach politischer Verantwortung. In Zürich, Basel und anderen Städten übernehmen sie die Stadtregierung.
Der Besitz von Gold und Silber ist von alters her gleichbedeutend mit Macht und Reichtum. Goldschmiede verarbeiten das kostbare Metall zu noch kostbareren Schmuckstücken und Geräten.
"eine silberne muntze under einem schinbarlichen czeichen und einer warhaftigen karakteren, die an silber und an korn und ouch an zusatz recht sy, als dann ouch andere richsstette slahen und muntzen."
(Privileg König Sigismunds, 1418)
Die Kaufkraft des alten Geldstücks war abhängig von seinem Edelmetallgehalt. Die moderne Wirtschaft verlangt ein beweglicheres System, das sich regulieren lässt - und in dem grössere Beträge nicht zum Transportproblem werden.
Um sich mit den Gütern des täglichen Bedarfs einzudecken, besuchen die Menschen vergangener Zeiten die verschiedenen Märkte. Diese sind je nach Bedarf der örtlichen oder regionalen Besucher stärker spezialisiert und finden regelmässig statt.
"Swer bi deheim vierteil oder becher misset wan daz der schultheisze gezeichnet hat, der git 3 s."
(Weissbuch / IV, Luzern, 1471)
Von der Bildung für wenige hin zur Schule für alle – Während im Mittelalter nur einige wenige Schulbildung erhalten, wird es im 19. Jh. gar zur Pflicht, jedes Kind in die Schule zu schicken. Die Bildung wird allen Bevölkerungsschichten zugänglich.
In Luzern etabliert sich höhere Bildung und Wissenschaft eher langsam. Zaghaft entsteht aus der Jesuitenschule mit der Zeit eine Universität.
Über Jahrhunderte prägen Kirchen und Klöster unsere Umwelt. Die Kirche als Organisation ist wichtiger Bestandteil der Gesellschaft.
Die heute gebräuchliche Bezeichnung aller kirchlichen Textilien als Paramente wird der ursprünglichen Vielfalt und den zahlreichen Nutzungen nicht gerecht.
Eigentlich ist jede Kirche Haus Gottes und Pforte des Himmels. Der Volksglaube schreibt aber seit jeher gewissen Orten grössere Kräfte und heilsamere Wirkungen zu. Teilweise gründet sich diese Überzeugung auf geschichtliche Ereignisse, oft aber beruht sie eher auf legendenhaften Erzählungen.
Frühe Glashütten werden ausschliesslich mit Holz und Holzkohle betrieben. Sie stehen in waldreichen Gebieten, im Schwarzwald, Spessart, Böhmerwald, im Bayrischen Wald und im Entlebuch.
"Gestern abend bin ich in Luzern angekommen und im besten hiesigen Hotel, dem Schweizerhof, abgestiegen. Als ich in mein Zimmer hinaufkam und das auf den See gehende Fenster öffnete, wurde ich im ersten Augenblick von der Schönheit dieses Wassers, dieser Berge und dieses Himmels buchstäblich geblendet."
(Leo Tolstoj, 1857)
"Ez ensol ouch enhein vrowe baden in deheinr batstuben, wand an der mitwuchen bi 10 s. Und sol ouch dez selben tages enhein man bi inen baden, bi 1 lib., und dar zuo mueste er ein manot von der stat sin."
(Luzerner Ratsbüchlein, 14. Jh.)


